Hubert Fichte: Difference between revisions
No edit summary |
|||
(12 intermediate revisions by the same user not shown) | |||
Line 1: | Line 1: | ||
==Beschreibung== | ==Beschreibung== | ||
Hubert Fichte | Hubert Fichte wurde am 21. März 1935 in Perleberg geboren und starb am 8. März 1986 in Hamburg. Seine Mutter arbeitete als Stenotypistin und sein Vater war Händler. Seine Mutter und sein Vater waren nicht verheiratet und Fichte kannte die nicht gut, denn Fichtes Vater emigrierte nach Schweden bevor er ihn jemals traf und seine Mutter arbeitete rund um die Uhr. Fichte wurde also großenteils von seiner Großmutter erzogen und verstand sich deswegen als eine Halbwaise. Im Zweiten Weltkrieg wurde Fichte und andere Kinder eine Weile nach Oberbayern verschickt, damit sie in luftsicheren Gebieten wohnen könnten, statt den bedrohten Städten. Während dieser Zeit musste er ein Jahr in einem Waisenhaus verbringen. | ||
Fichte bekam eine vielfältige Ausbildung insofern, als er Landwirtschaft und Schauspielerei lernte. Eine Zeitlang arbeitete er als Schafhirte in Frankreich bevor er seine Schriftstellerkarriere in Hamburg anfing. Während der 60er Jahre veröffentlichte er seine ersten Romane und hatte er eine Kolumne, die Plattenragout hieß. Er war stark beeinflusst von anderen Schriftstellern und Künstlern, wie Marcel Proust, Hans Henny Jahnn und Jean Genet. Der Einfluss seiner Zeitgenossen zeigt sich in seinen Werken, wie zum Beispiel in seinem Roman ''Versuch über die Pubertät'' (1974), in dem er über seine Freundschaft mit Jahnn und seine Homosexualität schreibt. Sein Hauptwerk war ''Die Geschichte der Empfindlichkeit'', aber die neunzehn Bände wurden nie vollendet. In seinen späteren Jahren konzentrierte er sich auf ethnologische Erforschung und er verfasste "Ethnopoesie", wie ''Xango'' (1976) und ''Petersilie'' (1980). 1986 starb Fichte an Krankheiten in Zusammenhang mit AIDS in Hamburg. | |||
Line 50: | Line 52: | ||
==Analyse== | ==Analyse== | ||
Hubert Fichte | Hubert Fichtes Auftritt im Jahr 1966 im Star-Club in Hamburg war eine bemerkenswerte und experimentelle Veranstaltung, die die Zukunft Popliteratur stark beeinflusste. Fichte las Auszüge aus seinem Werk ''Die Palette'' vor und hatte Musikgruppen (Beat-Musik), die zwischen ihnen Live aufführten. Sein Werk wird mit der Sub- und Popkultur verbunden, da es die üblichen Themen der Gegenkultur umfasst, beispielsweise Sexualität (Homosexualität), die Drogenszene, usw. Ausserdem stellt er den Alltag mit neuen Techniken dar, wie er Musik und Literatur bei seiner Veranstaltung im Star-Club kombiniert. | ||
==Siehe auch== | ==Siehe auch== |
Latest revision as of 01:58, 14 November 2012
Beschreibung
Hubert Fichte wurde am 21. März 1935 in Perleberg geboren und starb am 8. März 1986 in Hamburg. Seine Mutter arbeitete als Stenotypistin und sein Vater war Händler. Seine Mutter und sein Vater waren nicht verheiratet und Fichte kannte die nicht gut, denn Fichtes Vater emigrierte nach Schweden bevor er ihn jemals traf und seine Mutter arbeitete rund um die Uhr. Fichte wurde also großenteils von seiner Großmutter erzogen und verstand sich deswegen als eine Halbwaise. Im Zweiten Weltkrieg wurde Fichte und andere Kinder eine Weile nach Oberbayern verschickt, damit sie in luftsicheren Gebieten wohnen könnten, statt den bedrohten Städten. Während dieser Zeit musste er ein Jahr in einem Waisenhaus verbringen.
Fichte bekam eine vielfältige Ausbildung insofern, als er Landwirtschaft und Schauspielerei lernte. Eine Zeitlang arbeitete er als Schafhirte in Frankreich bevor er seine Schriftstellerkarriere in Hamburg anfing. Während der 60er Jahre veröffentlichte er seine ersten Romane und hatte er eine Kolumne, die Plattenragout hieß. Er war stark beeinflusst von anderen Schriftstellern und Künstlern, wie Marcel Proust, Hans Henny Jahnn und Jean Genet. Der Einfluss seiner Zeitgenossen zeigt sich in seinen Werken, wie zum Beispiel in seinem Roman Versuch über die Pubertät (1974), in dem er über seine Freundschaft mit Jahnn und seine Homosexualität schreibt. Sein Hauptwerk war Die Geschichte der Empfindlichkeit, aber die neunzehn Bände wurden nie vollendet. In seinen späteren Jahren konzentrierte er sich auf ethnologische Erforschung und er verfasste "Ethnopoesie", wie Xango (1976) und Petersilie (1980). 1986 starb Fichte an Krankheiten in Zusammenhang mit AIDS in Hamburg.
Werke:[[1]]
- Der Aufbruch nach Turku Hoffmann & Campe, Hamburg 1963
- Im Tiefstall Göttingen 1965
- Das Waisenhaus Rowohlt, Reinbek 1965
- Die Palette Rowohlt, Reinbek 1968
- Detlevs Imitationen »Grünspan« Rowohlt, Reinbek 1971
- Versuch über die Pubertät Hoffmann & Campe, Hamburg 1974
- Xango. Die afroamerikanischen Religionen II. Bahia. Haiti. Trinidad Fischer, Frankfurt 1976
- Wolli Indienfahrer Fischer, Frankfurt a.M. 1978
- Petersilie. Die afroamerikanischen Religionen IV. Santo Domingo. Venezuela. Miami. Grenada Fischer, Frankfurt 1980
-Psyche. Anmerkungen zur Psychiatrie in Senegal Qumran, Frankfurt 1980
- Zwei Autos für den Heiligen Pedro Claver (Two cars for the holy Pedro Claver) Qumran, Frankfurt 1982
- Lazarus und die Waschmaschine. Kleine Einführung in die Afroamerikanische Kultur Fischer, Frankfurt 1985
- Die Geschichte der Empfindlichkeit Fischer, Frankfurt 1987ff.
- Ödipus auf Håknäss Fischer, Frankfurt 1992
- St. Pauli Geschichte Berlin (Transit) Berlin 2006
- Ketzerische Bemerkungen für eine neue Wissenschaft vom Menschen Hamburg (EVA) 2001
Zitate
"Ich möchte auch mal die fünf Beatles sein:- Hier ist mein Sound. Ich steh vor euch. Das mach ich. Zweitausend Menschen. Auf St. Pauli, die nie sonst ein Buch in die Hand nehmen." (Hubert Fichte, Die Palette)[2]
Analyse
Hubert Fichtes Auftritt im Jahr 1966 im Star-Club in Hamburg war eine bemerkenswerte und experimentelle Veranstaltung, die die Zukunft Popliteratur stark beeinflusste. Fichte las Auszüge aus seinem Werk Die Palette vor und hatte Musikgruppen (Beat-Musik), die zwischen ihnen Live aufführten. Sein Werk wird mit der Sub- und Popkultur verbunden, da es die üblichen Themen der Gegenkultur umfasst, beispielsweise Sexualität (Homosexualität), die Drogenszene, usw. Ausserdem stellt er den Alltag mit neuen Techniken dar, wie er Musik und Literatur bei seiner Veranstaltung im Star-Club kombiniert.
Siehe auch
http://de.wikipedia.org/wiki/Jean_Genet
http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Henny_Jahnn
http://de.wikipedia.org/wiki/Marcel_Proust
Beat und Prosa
Quellen
http://de.wikipedia.org/wiki/Hubert_Fichte